In Zahlen
Unfall heißt: Ausfall im Rennen durch Unfall, Kollision oder Dreher. Starts ohne Nichtqualifikation, Nichtantritt und Ausschluss.Geschichte
Die AVUS (Automobil-Verkehrs- und Übungsstraße) liegt im Südwesten Berlins und wurde 1921 als öffentliche Straße eröffnet. Bis 1998 diente sie auch als Rennstrecke, heute bildet sie den nördlichen Teil der Bundesautobahn 115. Ihre Form ist für eine Rennstrecke ungewöhnlich: Zwei lange Geraden einer Doppelfahrbahn durch den Grunewald sind an beiden Enden durch Kurven verbunden. Gefahren wurde gegen den Uhrzeigersinn.
Die ursprüngliche Strecke war 19,569 km lang. 1926 fand auf ihr der erste internationale Deutsche Grand Prix für Sportwagen statt, ab 1927 zog dieses Rennen zum Nürburgring um. Von 1937 bis 1967 hatte die Nordkurve eine steile Überhöhung aus Ziegeln. Nach dem Zweiten Weltkrieg entstand etwa in der Mitte eine neue Südkurve. Diese wurde mehrfach versetzt: Die Strecke maß dadurch zunächst 8,3 km, dann 8,109 km ohne Steilkurve, 4,879 km und schließlich 2,639 km.
In der Formel 1 war die AVUS nur einmal Schauplatz eines WM-Laufs: Am 2. August 1959 gewann Tony Brooks im Ferrari den Großen Preis von Deutschland. Schon 1954 hatte hier ein Grand Prix von Berlin stattgefunden, der nicht zur Weltmeisterschaft zählte und von Karl Kling im Mercedes gewonnen wurde. Am Rennwochenende 1959 kam der Franzose Jean Behra in einem Sportwagenrennen im Rahmenprogramm ums Leben.
Nach dem Abbau der Steilkurve 1967 wurde mit einer flachen Nordkurve weitergefahren, ausgetragen wurden nur noch nationale Tourenwagen-, DTM- und Formel-3-Rennen. Die letzten Rennen fanden 1998 statt, 1999 folgte eine Abschiedsveranstaltung. Der runde Kontrollturm am Nordende steht noch, die alte Holztribüne ist denkmalgeschützt.
Momente
- 1959Tony Brooks gewann im Ferrari den Deutschen Grand Prix, das einzige WM-Rennen auf der AVUS.
Strecke seit 1959
- 19598,300 km
Daten: F1DB von Marcel Overdijk, Lizenz CC BY 4.0.